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Sichtmaß · Falzmaß · Scheibenmaß

Lichtausschnitt-Maße und Standardformen richtig bestimmen

Ein Lichtausschnitt wird nicht zuverlässig über Kürzel wie G1, G2 oder G3 bestellt. Entscheidend ist die konkrete Tür: Entweder wird die vorhandene Glasscheibe direkt gemessen oder das Scheibenmaß aus der lichten Öffnung beziehungsweise dem inneren Falz ermittelt. Türblattmaß, sichtbare Glasfläche und tatsächliches Bestellmaß sind dabei drei unterschiedliche Größen.

Messweg auswählen Glasscheiben ansehen

Innentür mit Lichtausschnitt bei der Vorbereitung zum Ausmessen der Glasscheibe
Innentür mit Lichtausschnitt bei der Vorbereitung zum Ausmessen der Glasscheibe

Die kurze Antwort

Das Bestellmaß ist das tatsächliche Scheibenmaß

Vorhandene Scheibe: Breite und Höhe der ausgebauten Scheibe direkt in Millimetern messen.

Keine Scheibe vorhanden: lichte Öffnung oder inneren Falz messen und für dieses Sortiment jeweils 5 mm von Gesamtbreite und Gesamthöhe abziehen.

G1, G2, G3: nur als herstellerbezogene Formbezeichnungen verstehen, niemals als universelle Maßangabe.

Zusätzlich prüfen: Glasdicke, Kantenform und Eignung der vorhandenen Aufnahme.

Maßbegriffe Messweg Beispiel Standardformen Messfehler FAQ

Vier Maße, vier verschiedene Aussagen

Türblattmaß, Ausschnitt, Sichtmaß und Scheibenmaß nicht verwechseln

Die meisten Fehlbestellungen entstehen nicht beim Ablesen des Zollstocks, sondern bei der falschen Benennung des gemessenen Bereichs.

01

Türblattmaß

Es beschreibt Breite und Höhe der gesamten Innentür. Daraus lässt sich das Glasmaß nur ableiten, wenn Türprogramm und Lichtausschnitt-Ausführung eindeutig bekannt sind.

02

Lichte Öffnung

Das ist die freie Öffnung innerhalb des Türblatts beziehungsweise der Aufnahme. Sie ist größer als die sichtbare Glasfläche und dient bei fehlender Scheibe als Grundlage für die systemspezifische Berechnung.

03

Sichtmaß

Es bezeichnet nur den Glasbereich, der nach dem Einsetzen sichtbar bleibt. Die Glasscheibe reicht hinter Glasleisten oder Falz weiter und ist deshalb größer als das Sichtmaß.

04

Scheibenmaß

Breite und Höhe der tatsächlich einzusetzenden Glasscheibe. Dieses Maß ist zusammen mit Glasdicke, Kanten und Ausführung die Grundlage der Bestellung.

Darstellung von sichtbarer Glasfläche, lichter Öffnung und tatsächlichem Scheibenmaß an einer Innentür
Darstellung von sichtbarer Glasfläche, lichter Öffnung und tatsächlichem Scheibenmaß an einer Innentür

Zwei unterschiedliche Ausgangssituationen

So wählen Sie den richtigen Messweg

  1. Alte Glasscheibe vorhanden: Die Scheibe ist die beste Vorlage. Breite, Höhe und Dicke an mehreren Stellen messen und die Werte in Millimetern notieren.
  2. Keine alte Scheibe vorhanden: Die freie innere Aufnahme im Türblatt messen. Für die im Shop verwendete Planungslogik gilt: Glasbreite = lichte Öffnungsbreite minus 5 mm; Glashöhe = lichte Öffnungshöhe minus 5 mm.
  3. Rechteckigkeit kontrollieren: Oben, mittig und unten beziehungsweise links, mittig und rechts messen. Abweichungen können auf ein verzogenes Türblatt oder eine ungleichmäßige Aufnahme hinweisen.
  4. Dicke und Aufnahme dokumentieren: Detailfotos von Glasleisten, Dichtungen und Falz ergänzen. Ein passendes Flächenmaß allein reicht nicht aus.

Die Abzugsregel von 5 mm ist eine systemspezifische Bestelllogik dieses Sortiments und keine universelle Norm für jede Innentür.

Praxisbeispiel ohne alte Scheibe

Aus einer lichten Öffnung von 540 × 1.425 mm wird ein Scheibenmaß von 535 × 1.420 mm

Gemessen werden 540 mm lichte Breite und 1.425 mm lichte Höhe. Nach der für dieses Sortiment vorgesehenen Logik werden von jedem Gesamtmaß 5 mm abgezogen:

  • Breite: 540 mm − 5 mm = 535 mm
  • Höhe: 1.425 mm − 5 mm = 1.420 mm
  • Ergebnis: 535 × 1.420 mm als rechnerische Bestellgrundlage

Das Ergebnis wird erst verwendet, wenn Glasdicke, Kanten und vorhandene Halterung zur neuen Scheibe passen. Bei beschädigten Glasleisten, unklarer Falzgeometrie oder deutlich unterschiedlichen Messwerten ist eine fachliche Prüfung sinnvoll.

Kontrollpunkt

Der Abzug erfolgt einmal vom gesamten Breiten- und Höhenmaß – nicht 5 mm je Seite.

G1, G2 und G3 richtig lesen

Formbezeichnungen helfen nur zusammen mit Hersteller und Türprogramm

Ein Kürzel kann innerhalb eines Türprogramms eine bestimmte Lage oder Proportion des Lichtausschnitts bezeichnen. Zwischen verschiedenen Herstellern können identische Kürzel jedoch andere Maße oder Formen meinen.

Welche Angabe wofür geeignet ist
AngabeWofür sie nützlich istWofür sie nicht reichtNächster Schritt
G1 / G2 / G3Form im bekannten Herstellerprogramm zuordnenkein herstellerübergreifendes BestellmaßHerstellerunterlage oder Scheibenmaß prüfen
TürblattmaßTürgröße und mögliche Produktfamilie erkennenkein direkter Ersatz für das Glasmaßvorhandene Scheibe oder Öffnung messen
Sichtmaßspätere sichtbare Glasfläche einschätzenzu klein als Bestellmaßverdeckte Auflage im Falz berücksichtigen
ScheibenmaßBreite und Höhe der neuen Glasscheibe bestellensagt allein nichts über Dicke und BefestigungDicke, Kanten und Aufnahme ergänzen

Als Orientierung nennt das Sortiment für typische Türblätter unter anderem 410 × 1.420 mm bei 735 × 1.985 mm Türblattmaß, 535 × 1.420 mm bei 860 × 1.985 mm und 660 × 1.420 mm bei 985 × 1.985 mm. Diese Werte ersetzen niemals das tatsächliche Ausmessen der vorhandenen Tür.

Vor der Bestellung stoppen

Fünf typische Messfehler und ihre Folgen

1

Nur das Sichtmaß gemessen

Die bestellte Scheibe wäre zu klein, weil der verdeckte Bereich hinter den Glasleisten fehlt.

2

Kürzel als Universalmaß verstanden

Eine G3-Scheibe kann trotz gleicher Bezeichnung nicht zum konkreten Türprogramm passen.

3

Nur einmal gemessen

Verzug oder ungleiche Öffnungen bleiben unentdeckt. Breite und Höhe deshalb jeweils an mehreren Stellen prüfen.

4

Glasdicke ausgelassen

Die Scheibe passt möglicherweise nicht zu Dichtungen, Falz und Glasleisten.

5

5 mm je Seite abgezogen

Das Maß würde insgesamt 10 mm zu klein. Der Abzug gilt einmal für die gesamte Breite und einmal für die gesamte Höhe.

Reale Größen im Sortiment

Design wird erst nach der Maßklärung ausgewählt

Die folgenden Scheiben zeigen ein verfügbares Format von 410 × 1.420 mm. Vor der Auswahl muss dieses Maß zur vorhandenen Tür passen. Geliefert wird ausschließlich die Glasscheibe.

Lichtausschnitt Coswig als Glasscheibe im Format 410 mal 1420 Millimeter
Lichtausschnitt Coswig als Glasscheibe im Format 410 mal 1420 Millimeter

Modernes Motiv

Lichtausschnitt Coswig

Ein Beispiel dafür, dass ein bekanntes Produktformat erst nach dem Abgleich mit Scheibenmaß, Dicke und Aufnahme sinnvoll ausgewählt werden kann.

ab 159,00 €

Coswig ansehen

Lichtausschnitt Reading als Glasscheibe im Format 410 mal 1420 Millimeter
Lichtausschnitt Reading als Glasscheibe im Format 410 mal 1420 Millimeter

Lineares Motiv

Lichtausschnitt Reading

Das gleiche Grundformat kann unterschiedliche Designs tragen. Maßkompatibilität und Lieferumfang bleiben unabhängig vom Motiv gleich zu prüfen.

ab 159,00 €

Reading ansehen

Vom Überblick zur konkreten Bestellung

Der passende nächste Schritt hängt von Ihrer Ausgangslage ab

Vorhandene Tür detailliert ausmessenMesspunkte, Kontrollen und Dokumentation vertiefen Glaseinsatz nach Maß bestellenVon den geprüften Daten zur passenden Scheibe Alte Scheibe ersetzenAusbau, Glasleisten und sichere Grenzen einordnen Designs im Sortiment vergleichenErst nach bestätigtem Scheibenmaß auswählen

Häufige Restfragen

Was vor einer Maßbestellung noch geklärt werden sollte

Sind G1, G2 und G3 feste Normmaße?

Nein. Solche Bezeichnungen werden von Türherstellern und Programmen unterschiedlich verwendet. Für eine Bestellung ist deshalb immer das konkrete Scheibenmaß oder eine eindeutige Herstellerangabe maßgeblich.

Kann ich das sichtbare Glas einfach als Bestellmaß übernehmen?

Nein. Das sichtbare Maß ist meist kleiner als die tatsächlich eingesetzte Scheibe, weil ein Teil des Glases hinter Glasleisten oder im Falz liegt. Bestellt wird das Scheibenmaß, nicht die sichtbare Fläche.

Wie ermittle ich das Scheibenmaß, wenn keine alte Scheibe vorhanden ist?

Für dieses Sortiment wird die lichte Öffnung beziehungsweise der innere Falz gemessen. Von der gesamten Breite und Höhe werden jeweils 5 mm abgezogen. Diese Berechnung ist systemspezifisch und darf nicht ungeprüft auf andere Türsysteme übertragen werden.

Welche Rolle spielt die Glasdicke?

Die Glasdicke muss zur vorhandenen Aufnahme, zu Glasleisten und Dichtungen passen. Eine Scheibe mit korrekter Breite und Höhe kann trotzdem ungeeignet sein, wenn sie zu dick oder zu dünn für das Türblatt ist.

Was wird bei einem Lichtausschnitt geliefert?

Geliefert wird ausschließlich die Glasscheibe im gewählten Maß und Design. Türblatt, Zarge, Glasleisten, Dichtungen, Klötze, Befestigungsmaterial und Montage sind nicht enthalten.

Fazit

Ein Lichtausschnitt wird über die konkrete Scheibe geplant – nicht über ein Kürzel

Am sichersten ist das direkte Ausmessen der vorhandenen Glasscheibe. Fehlt sie, wird für dieses Sortiment die lichte Öffnung gemessen und das Scheibenmaß mit einem Gesamtabzug von 5 mm in Breite und Höhe ermittelt. G1, G2 und G3 bleiben herstellerabhängige Bezeichnungen. Vor der Bestellung gehören außerdem Glasdicke, Kanten und Aufnahme zur Prüfung.

Glasscheiben nach geprüftem Maß ansehen

Persönliche Produktberatung

Unklare Maßbezeichnungen gemeinsam in ein Scheibenmaß übersetzen

Senden Sie uns Fotos der gesamten Tür, Detailbilder von Glasleisten und Falz sowie Ihre Messwerte in Millimetern. Falls vorhanden, helfen Herstellername, Türprogramm und ein Foto des Typenschilds oder alter Unterlagen.

05731 7421 9999:00 bis 17:00 Uhrinfo@glastuerwelt.deFotos, Maße und Herstellerangaben mitsenden

Redaktion: glastuerwelt.de

Fachlich geprüft: Produktberatung glastuerwelt.de

Zuletzt fachlich geprüft: 22.06.2026

Nächste Entscheidung

Vom Maß zur passenden Bestellung

Sind Sichtmaß, Aufnahme und Form sauber unterschieden, führt der nächste Schritt zu einer belastbaren Maßangabe für die Bestellung.